Bericht zur Führung über den Jüdischen Friedhof Münster

Die Kolpingsfamilie organisierte für Mitglieder und Gäste eine Führung durch den jüdischen Friedhof von Münster. Unter kompetenter Leitung von Frau Prof. Wacker erfuhren die zahlreichen Teilnehmenden etwas zur Geschichte des Friedhofes, zur Besonderheit einzelner Gräber, zu den Schicksalen einiger Jüd*innen, die auf dem Friedhof begraben wurden und zur jüdischen Begräbniskultur allgemein.

Der Friedhof in der Einsteinstraße, unweit der Universität und der Blücherkaserne, wurde 1811 angelegt und diente bis 2002 als Begräbnisplatz der jüdischen Gemeinde Münster.

Viele alte Gräber sind verwildert und in schlechtem Zustand, da die betreffenden Familien im Holocaust ermordet worden sind. Ein Teil des Friedhofes wurde allerdings bis vor einigen Jahren genutzt und gepflegt. Vereinzelt finden immer noch Beerdigungen in Familiengräbern statt.

Wir haben auch über Grabschändungen im Zusammenhang mit den Novemberpogromen 1938 gesprochen. Anders als in den meisten Orten blieben Grabschändungen weitestgehend aus. Über Gründe kann nur spekuliert werden.

Es gibt einen sehr aktiven Unterstützerverein, der in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde eine App „Jüdisches Leben in Münster” entwickelt. Nutzerinnen und Nutzer können digital auf acht Touren mehr über die Religionsgemeinschaft erfahren.